Awarenessteams auf Großveranstaltungen!

Übergriffiges Verhalten auf Großveranstaltungen ist ein ernstes und weit verbreitetes Problem, das die Sicherheit und das Wohlbefinden der Teilnehmer*innen gefährdet. Diese Art von Verhalten umfasst eine Vielzahl unangemessener Handlungen, die von Belästigung, Diskriminierung und sexualisierte Übergriffen bis hin zu Gewalt reichen können. Es tritt in verschiedenen Formen und Kontexten auf, sei es bei Musikfestivals, Sportveranstaltungen, Volksfesten oder politischen Versammlungen, und betrifft Menschen jeden Alters, Geschlechts und Hintergrunds.

Eine der besorgniserregendsten Formen übergriffigen Verhaltens auf Großveranstaltungen sind sexualisierte Belästigung und Übergriffe. Diese reichen von unerwünschten Berührungen und anzüglichen Bemerkungen bis hin zu körperlicher Gewalt und Vergewaltigung. FINTA sind besonders häufig von solchen Vorfällen betroffen. Das Gefühl von Unsicherheit und Angst, das durch sexualisierte Belästigung entsteht, kann die Erfahrung einer Veranstaltung stark beeinträchtigen und langfristige Auswirkungen auf die Betroffenen haben.

Darüber hinaus kann übergriffiges Verhalten auch andere Formen annehmen, wie zum Beispiel aggressives Verhalten, Diebstahl, Mobbing oder Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Diese Art von Vorfällen kann die Atmosphäre einer Veranstaltung vergiften und das Gemeinschaftsgefühl beeinträchtigen. Menschen können sich unsicher und unwohl fühlen, was den Genuss der Veranstaltung oder die aktive Teilnahme daran beeinträchtigen kann.

Es ist wichtig, übergriffiges Verhalten auf Großveranstaltungen ernst zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um es zu verhindern und darauf zu reagieren. Veranstalter und Sicherheitsdienste sollten klare Richtlinien und Verfahren zur Meldung von Vorfällen implementieren und sicherstellen, dass Betroffene Unterstützung und Schutz erhalten. Schulungen für das Sicherheitspersonal und Sensibilisierungsmaßnahmen für die Teilnehmer*innen können dazu beitragen, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und die Kultur der Übergriffigkeit zu bekämpfen. Es ist allerdings hier auch wichtig Rückzugsräume für Betroffene zu schaffen und diese direkt intensiv zu betreuen und unterstützen. Dies können Sicherheitsdienste häufig nicht leisten.

Darüber hinaus ist es wichtig, eine Kultur der gegenseitigen Achtung und Unterstützung zu fördern, in der übergriffiges Verhalten nicht toleriert wird und Opfer sich sicher fühlen, Vorfälle zu melden und Unterstützung zu suchen. Indem wir gemeinsam gegen übergriffiges Verhalten vorgehen und für sichere und respektvolle Veranstaltungsumgebungen eintreten, können wir dazu beitragen, dass alle Teilnehmer*innen ihre Zeit genießen können, ohne Angst vor Belästigung oder Gewalt haben zu müssen. Leider schauen viele Personen aus der Gesellschaft zu häufig weg und Betroffene fühlen sich nicht verstanden. So wird das Gefühl der Hilflosigkeit gestärkt und die Teilhabe an Veranstaltungen verhindert.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, können Awarenessteams einen großen Beitrag leisten.

Awarenessteams auf Veranstaltungen spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung einer sicheren, respektvollen und inklusiven Umgebung für alle Teilnehmer*innen. Diese Teams bestehen oft aus geschulten Freiwilligen oder professionellen Mitarbeitenden, die darauf spezialisiert sind, aufmerksamkeitsstark und proaktiv auf potenziell problematische Situationen zu reagieren und reaktiv bei Übergriffen zu handeln. Hier sind einige Aufgaben und Aktivitäten, die Awarenessteams typischerweise auf Veranstaltungen durchführen:

  1. Präsenz zeigen: Awarenessteams sind oft auf dem Veranstaltungsgelände sichtbar und erkennbar, um den Teilnehmern das Gefühl von Sicherheit und Unterstützung zu vermitteln. Ihre Präsenz allein kann dazu beitragen, übergriffiges Verhalten zu verhindern und ein positives Umfeld zu fördern.
  2. Ansprechpartner*innen sein: Awarenessteams dienen als Ansprechpartner*innen für Teilnehmer*innen, die Hilfe, Unterstützung oder Informationen benötigen. Sie stehen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten, Bedenken anzuhören und Ratschläge zu geben, sei es zu Sicherheitsvorkehrungen, Programmabläufen oder anderen Anliegen.
  3. Konfliktlösung: Bei Konflikten oder Streitigkeiten zwischen Teilnehmer*innen können Awarenessteams eingreifen, um die Situation zu deeskalieren und eine friedliche Lösung herbeizuführen. Sie können vermitteln, zwischen den Parteien vermitteln und bei Bedarf weitere Unterstützung oder Sicherheitskräfte hinzuziehen.
  4. Bewusstseinsbildung: Awarenessteams führen oft Sensibilisierungsmaßnahmen durch, um das Bewusstsein für bestimmte Themen zu schärfen, wie z.B. sexualisierte Belästigung, Diskriminierung, Drogenmissbrauch oder mentaler Gesundheit. Sie können Informationsmaterialien verteilen oder Informationsstände betreiben, um die Teilnehmer*innen zu informieren und zu ermutigen, achtsam miteinander umzugehen.
  5. Krisenintervention: Im Falle von Notfällen oder akuten Krisensituationen stehen Awarenessteams bereit, um Erste Hilfe zu leisten, bei Notfällen wie Übergriffen zu helfen und den Betroffenen zur Seite zu stehen. Sie sind darauf vorbereitet, schnell und angemessen auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren und die Sicherheit aller Teilnehmer*innen zu gewährleisten.

Insgesamt tragen Awarenessteams maßgeblich dazu bei, das Wohlbefinden und die Sicherheit auf Veranstaltungen zu fördern, indem sie als Ansprechpartner, Vermittler und Unterstützer für die Teilnehmer*innen fungieren. Ihre Präsenz und ihr Engagement tragen dazu bei, eine positive Veranstaltungsumgebung zu schaffen, in der sich alle willkommen und respektiert fühlen können.

Awarenessarbeit ist besonders für FINTA wichtig um sich an Orten der Unsicherheit wieder sicher fühlen zu können. Wir wollen FINTA die Möglichkeit geben an Veranstaltungen teilnehmen zu können und einen Safespace zu schaffen. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass Täter abgeschreckt werden übergriffige Handlungen zu tätigen.

Wir fordern:

  • Die Awarenessarbeit mehr durch Kommunikation von öffentlichen Einrichtungen zu fördern. Professionelle Weiterbildungsmaßnahmen für Awarenessarbeit flächendeckend zur Verfügung zu stellen
  • Wir fordern Veranstalter zu verpflichten ihre Mitarbeiter*innen im Bereich Awareness fortbilden zu lassen. Außerdem soll Awareness Teil der Sachkundeprüfung für Security Mitarbeit im Rahmen des §34 a GewO werden
  • Die verpflichtende Anwesenheit eines mind. fünfköpfigen Awarenessteams bei Veranstaltungen, die mehr als 2.000 gleichzeitig anwesende Besucher*innen aufweisen. Pro weitere 1.000 Teilnehmende soll sich das Awarenessteam um jeweils eine weitere Person vergrößern. Die Größe des Awarenessteams ist auf maximal 100 Personen gedeckelt. Von dieser Pflicht sind Versammlungen im Rahmen der Versammlungsfreiheit ausgeschlossen.
  • Eine Verpflichtung, aktiv auf den Veranstaltungen auf das Awarenessteam zu verweisen und Betroffenen somit einen direkten Zugang für Unterstützung zu geben