Überraschung! – oder doch nicht?
The never-ending stress
Überraschungstests lösen eine große Panik bei Schüler*innen aus. Dies belegen auch Studien. „Die Praxis, Leistungskontrollen nicht anzukündigen, stärkt die Ängstlichkeit von Schülerinnen und Schülern, verringert ihre Freude am Lernen und schwächt dadurch ihre Leistungsfähigkeit. Hingegen hat eine verlässliche Ankündigung von Leistungskontrollen positive emotionale Auswirkungen und kann schulische Leistungen verbessern.“ Dies macht die Schule als solche noch weniger zu einem Wohlfühlort. Man wird durch diese Art der Leistungsabfragungen nicht nur negativ auf das jeweilige Fach eingestimmt, auch wirken sie ausschließlich kontraproduktiv.
Wie in der oben erwähnten Studie nachgewiesen, lösen unangekündigte Abfragen Stress aus. Dies kann auch ein entscheidender Punkt für Blackouts sein. „Heute wissen wir, was beim Blackout eine wichtige Rolle spielt: das Stresshormon Cortisol. Es hindert das Gehirn daran, abgespeicherte Informationen wiederzufinden.“ Somit erhöhen diese Arten der Leistungsnachweise die Wahrscheinlichkeit, dass Schüler*innen eine Note erhalten, die ihrem eigentlichen Wissensstand nicht gerecht wird. Aufgrund eines solchen Ereignisses kann es durchaus vorkommen, dass Schüler*innen anstatt motivierter und bestärkter nur frustrierter werden. Es lässt Lernende nur noch unsicherer zurück, als sie davor waren.
Pech gehabt!
Ein weiterer gravierender Punkt ist, dass es auch im Schulalltag vorkommt, dass man aufgrund einer großen Vielfalt von Gründen nicht am Unterricht teilnehmen kann. Dies ist vor allem äußerst ungünstig, wenn man eine unangekündigte Abfrage schreibt. Viele Schüler*innen machen dann die grausame Erfahrung, dass auf ihr Problem keine Rücksicht genommen wird. Meist müssen sie also trotz offensichtlicher Lernlücken an der Abfrage teilnehmen. Dies verstärkt nur noch mehr die unfaire Bewertung.
Ein ganz fataler Fall ist es vor allem, wenn diese Note eine große Auswirkung auf das Abschlusszeugnis hat. Somit kann es aufgrund dieser Abfrage dazu kommen, dass Schüler*innen, die zwischen zwei Noten stehen, die schlechtere Note bekommen. Dies ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern eine große Last für Schüler*innen landesweit. Des Weiteren weist eine OECD-PISA-Studie darauf hin, dass diese Tests nicht nachhaltiges Verstehen fördern und schlussendlich lediglich bewerten.
Eine gerechte Bildungspolitik verlangt planbare und transparente Leistungsabfragen. Daher fordern die NRW Jusos, dass die sogenannten „Überraschungstests“ landesweit untersagt werden.
Wir wollen, dass Schüler*innen die Schule als einen Wohlfühlort sehen. Niemand sollte der ständigen Angst ausgesetzt werden, dass man jeden Moment einen unangekündigten Leistungsnachweis vollbringen muss. Durch das Verbot von Überraschungstests würde man eine große Last von Schüler*innen nehmen. Des Weiteren bewirkt diese Untersagung, dass unser Schulsystem ein Stück fairer und auch moderner wird.