Initiativantrag gegen VW Werksschließungen

295.000 Mitarbeitende sind der Grund für den Jahrzehnte andauernden Erfolg der Marke Volkswagen. Doch nun muss Volkswagen umlenken – plötzlich, so schien es bei VW zu sein, heißt es, E-Mobilität ist die Zukunft. Viel zu spät stellt das VW-Management die Weichen hin zur Elektromobilität und wundert sich jetzt über schlechte Zahlen. Wer bis vor ein paar Jahren noch voll auf Verbrenner setzt, Abgaswerte fälscht und die Zeichen der Zeit nicht sehen will, fällt beim Thema Mobilität der Zukunft nach hinten. Weil die Zahlen nicht stimmen und die Flottenziele zur CO2-Reduktion nicht erreicht werden können, fordert der Aufsichtsrat-Chef die EU auf, die Flottenziele 2025, 2030 und 2035 nach oben anzupassen, um Strafzahlungen zu verhindern. Schuld trägt da weniger die EU-Regulierung, sondern eher die Tatsache, dass wir es hier mit einer Unternehmensführung zu tun haben, die aufgrund eigener eklatanter Fehler den VW-Konzern und seine eigenen Mitarbeiter gefährdet. Grundsätzlich fehlerhaftes Management, die sich bis in den neuen Vorstand ziehen, sorgen für nachhaltige Probleme in den Werken. Daniela Cavallo, Betriebsrätin bei VW stellt diese in ihrer Rede bei der Betriebsversammlung klar dar. So ist es dem Management bisher nicht gelungen, eine Technologieführerschaft aufzubauen. Die Gründe dafür sind immer wieder Revisionen von bereits getroffenen Entscheidungen des Managements. Daniela Cavallo berichtet über unnötig viele Absicherungsprozesse, die sich doppeln, oder dreifach vorhanden sind, was die Ineffizienz begünstigt und schlussendlich unnötig Geld kostet. Ebenso hält das Management zur Kostenersparnis bereits Aufträge aus ihren Werken zurück. So wird der geplante VW-Kleinstwagen nicht mehr von VW, sondern von Dacia produziert.

Die Schlüsse, die das Management von VW daraus schließt, sind Einsparungen auf Kosten der eigenen Mitarbeitenden in den Werken. Die jahrzehntelange Beschäftigungssicherung und die Tarifverträge hat VW einseitig aufgekündigt. Der Stellenabbau steht für das Management quasi fest. Ob 30.000 weniger oder 10.000 weniger – jeder Arbeitsplatz muss aufs Schärfste verteidigt werden. Durch die sich anbahnenden Werksschließungen und die Hoffnung, durch neue Tarifverträge bei den Arbeitnehmern sparen zu können, glaubt VW bis 2026 5 Milliarden Euro einsparen zu können. Dabei ist das der falsche Weg. VW braucht Investitionen, strukturelle Reformen innerhalb des Konzerns, um Effizienz und Technologieführerschaft zu fördern. Nur so wird es VW schaffen, sich auf dem Weltmarkt zu behaupten.

Die Jungsozialist*innen in Nordrhein-Westfalen unterstützen entschlossen die Belegschaft von VW und die IG Metall Niedersachsen, damit Standorte bleiben und sich das Management an die Tarifverträge hält – und eben nicht kündigt. VW darf kein Beispiel für weitere Unternehmen in Deutschland werden, den einfachsten Weg der Kostenersparnis einzuschlagen. Die niedersächsische Landesregierung hat mit rund 20 % Firmenanteile ein Gewicht, wenn es um solche Entscheidungen geht. Wir bitten den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Niedersachsens Stephan Weil und seine Landesregierung, den Kurs des Managements nicht zu folgen und sich stattdessen für eine nachhaltige Lösung einsetzt, die die Belegschaft schützt, die Aufkündigung der Tarifverträge und der Beschäftigungssicherung zurückzieht und konzerninterne Reformen anstößt, sodass Weils bisherige Statements nicht nur Statements bleiben.

https://www.fr.de/wirtschaft/volkswagen-plant-massiven-stellenabbau-welche-standorte-sind-bedroht-93311674.html

https://www.igmetall.de/im-betrieb/vw-sparkurs-standortschliessungen-und-stellenabbau-drohen

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/gewinnwarnung-bei-volkswagen-a-66587f18-89e8-414c-99ac-b921412b545a

https://www.zeit.de/news/2024-09/12/vw-aufsichtsratschef-fordert-lockerung-der-co2-ziele