Kein Tabu im Unterricht! – Aufklärung über sexualisierte Gewalt als festen Bestandteil von Sexualkunde verankern

TW: Sexualisierte Gewalt/Missbrauch von Kindern

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist traurige, aber alltägliche Realität. Sie passiert mitten in unserer Gesellschaft – oft im sozialen Nahraum – und bleibt dennoch häufig tabuisiert. Dabei ist Aufklärung der erste Schritt zu Selbstbestimmung, Schutz und Prävention. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf altersgerechte, sensible und verbindliche Information über ihre Rechte, über Grenzen und darüber, was übergriffiges Verhalten ist.

Trotzdem ist sexualisierte Gewalt bisher kein verpflichtender Teil des Sexualkundeunterrichts. Weder im Biologieunterricht noch in den fächerübergreifenden Konzepten zur Sexualerziehung in NRW wird das Thema systematisch verankert. Lehrkräfte sind oft unsicher im Umgang mit dem Thema, verbindliche Leitlinien fehlen, und viele Schüler*innen bleiben mit ihren Fragen – oder mit ihrem Schweigen – allein.

Wir sagen: Das MUSS sich ändern!

Sexualpädagogik darf nicht bei biologischen Abläufen aufhören. Sie muss auch über Grenzüberschreitungen, Machtverhältnisse und Schutzrechte aufklären. Nur wer weiß, was übergriffig ist, kann sich wehren oder Hilfe holen.

Daher fordern wir:

  1. Aufklärung über sexualisierte Gewalt als verpflichtenden Bestandteil im Sexualkundeunterricht in allen Schulformen ab der 4. Klasse zu verankern – altersgerecht, sensibel und pädagogisch fundiert.
  2. Die Schulung und Qualifizierung von Lehrkräften in sexualpädagogischen Fragen, inklusive didaktischer Konzepte und Gesprächsführung zum Thema sexualisierte Gewalt.
  3. Ein klares Signal des Landes NRW, dass Aufklärung über sexualisierte Gewalt kein Tabu ist.