Schmerz lass nach – Zeit für mehr Aufklärung und Unterstützung bei Endometriose und Adenomyose

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, welches dem Endometrium (der Gebärmutterschleimhaut) ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Dieses Gewebe kann sich an verschiedenen Stellen im Körper ansiedeln, wie zum Beispiel an den Eierstöcken, den Eileitern, der Blase oder dem Darm.

Adenomyose ist eine verwandte, aber separate Erkrankung, bei der das Endometrium-ähnliche Gewebe in die Muskelwand der Gebärmutter einwächst. Dies führt zu einer Verdickung der Gebärmutterwand, was starke Menstruationsblutungen und schmerzhafte Krämpfe verursachen kann. Menschen mit Adenomyose haben oft eine vergrößerte Gebärmutter, was ebenfalls zu Bauchschmerzen und Druckgefühl führen kann.

Endometriose und Adenomyose sind chronische, gynäkologische Erkrankungen, die schätzungsweise 2 Millionen Menschen in Deutschland mit Gebärmutter betreffen (Stand: Jahr 2022). Beide Krankheiten sind mit starken Schmerzen, zyklusabhängigen Beschwerden und oft auch mit Unfruchtbarkeit verbunden.

Trotz des hohen Auftretens und der erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen sind Endometriose und Adenomyose in der medizinischen Versorgung und der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor unterrepräsentiert. Es vergehen durchschnittlich sechs bis zehn Jahre bis zur Diagnose, da die Symptome oft fehldiagnostiziert oder die Betroffenen nicht ernst genommen werden. Durch die späte Diagnose sind die Betroffenen oft hohem psychischem Druck ausgesetzt und können häufig ihren alltäglichen Beschäftigungen nicht nachgehen.

Als Jusos setzen wir uns für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit ein. Menschen, die an Endometriose oder Adenomyose leiden, sind oft jahrelang unbeachtet und ohne adäquate Hilfe. Für diese Menschen kämpfen wir.

Endometriose und Adenomyose sind immer noch stark tabuisiert und stigmatisiert. Indem wir dieses Thema aktiv angehen, tragen wir zur Enttabuisierung und Entstigmatisierung von gynäkologischen Erkrankungen bei und fördern eine offene Kommunikation.

Forderungen:

  • Unterstützung der 16 Vorschläge für die Verbesserung der Situation von Endometriose-Betroffenen in den Bundesländern, verfasst von der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (u.a. „Aufklärung über Menstruationsbeschwerden und Endometriose als Teil der Agenda des Kultusministeriums“ oder auch „Einrichtung von Landesfachstellen Endometriose“)
  • Unterstützung der 10 Vorschläge für die Verbesserung der Situation von Endometriose-Betroffenen in Nordrhein-Westfalen, verfasst von der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

Quelle für die Vorschläge der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

https://www.endometriose-vereinigung.de/in-den-bundeslaendern/#politische-handlungsbedarfe-0