Wenn das Chaos kommt braucht es einen Plan und Solidarität!
Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, wie der Klimawandel, soziale Ungleichheiten und globale Krisen, zeigen immer deutlicher, dass ein effektiver Katastrophenschutz nicht nur eine technische, sondern auch eine soziale Aufgabe ist. Insbesondere die Bilder der Flutkatastrophe in NRW sind noch sehr präsent in den Köpfen der Menschen und auch 3 Jahre nach der Flut zeigen weitere Starkwetterereignisse immer wieder, wie wichtig Katastrophenschutz ist.
Katastrophen treffen meist diejenigen am härtesten, die ohnehin schon unter prekären Lebensbedingungen leiden. Deswegen ist es notwendig, Katastrophenschutz nicht nur als eine Frage der Sicherheit, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit zu begreifen. Der derzeitige Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen ist stark auf technische und logistische Aspekte fokussiert. Dies ist für die Bewältigung akuter Katastrophen unerlässlich, doch vernachlässigt dieser Ansatz häufig die sozialen Dimensionen, die Prävention und den gerechten Wiederaufbau nach Katastrophen. Ein linker Katastrophenschutz muss hier ansetzen und soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Teilhabe in den Mittelpunkt rücken.
Besonders die plötzlichen Folgen der Flutkatastrophe 2021 haben uns noch einmal mehr bewusst gemacht, wie wichtig das Thema Katastrophenschutz ist. Durch viele Fehler hat auch unsere Landesregierung gelernt und die Flutregionen angepasst oder neue Warnsysteme eingeführt und getestet. Das Thema ist sehr emotional und wir danken allen für die schnelle Reaktion. Dennoch müssen wir uns einmal mehr mit der Prävention und besonders dem sozialen Aspekt auseinandersetzen. Wir sind uns als NRW Jusos bewusst, dass solche Jahrhundertereignisse immer öfter auftreten werden und wir uns präventiv damit auseinandersetzen müssen, wie wir im Ernstfall solidarisch, wirksam und schnell reagieren können.
Wir NRW Jusos fordern:
1. Soziale Gerechtigkeit und Prävention:
- Starke Fokussierung auf präventive Maßnahmen, insbesondere in Stadtteilen, in denen sich Armutslagen konzentrieren und für marginalisierte Gruppen.
- finanzielle Unterstützung für Präventionsmaßnahmen in gefährdeten Gebieten (bspw. Beim Einbau von Kellerpumpen)
- Kostenlose Beratungsmöglichkeiten zum Thema Klimaanpassungen insbesondere beim Thema Katastrophenschutz
2. Partizipation und Bildung:
- Die Einbindung von Bürger*innen und insbesondere in die Durchführung von Katastrophenschutzmaßnahmen, sowie flächendeckende Bildung und Aufklärung über Warnsysteme, Verhalten zum Selbstschutz und präventive Maßnahmen.
3. Solidarität und Unterstützung:
- Aufbau und finanzielle Unterstützung von Solidaritätsnetzwerken, die in Krisensituationen schnelle und unbürokratische Hilfe leisten können, z.B. durch Nachbarschaftshilfen oder ehrenamtliche Unterstützungsangebote.
- frühe Bildung an Schulen zum Thema Katastrophenschutz und Engagementmöglichkeiten.
- Sicherstellung, dass alle Bürger*innen Zugang zu den notwendigen Ressourcen haben, um sich vor Katastrophen zu schützen und nach Katastrophen schnell wieder auf die Beine zu kommen.
4. Ökologische Nachhaltigkeit:
- Integration von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung in den Katastrophenschutz, um zukünftige Katastrophen zu verhindern oder abzumildern.
- Förderung von ökologischen und nachhaltigen Bau- und Wiederaufbaumaßnahmen nach Katastrophen.
Ein linker Katastrophenschutz ist nicht nur ein Schutz vor physischen Gefahren, sondern auch ein Schutz vor sozialer Ungerechtigkeit. Wir fordern die Jusos NRW auf, sich für die Einführung eines solchen Konzeptes in Nordrhein-Westfalen einzusetzen und dabei sowohl in der Prävention als auch in der Bewältigung von Katastrophen die sozialen und ökologischen Dimensionen stärker zu berücksichtigen.